Heimatvertriebene und Flüchtlinge

Die Vertreibung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges


Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Deutschen in den Territorien, die das Deutsche Reich nach dem Versailler Vertrag abtreten musste, Repressionen ausgesetzt. Vielerorts wurde ihnen die Aussiedlung nahegelegt. Diese „kalte Vertreibung“ betraf bis 1939 etwa 1,5 Mio. Deutsche.
Flucht und Vertreibung von ca. 15 Mio. Deutschen aus den deutschen Ostgebieten und aus den Heimat- und Siedlungsgebieten Deutscher außerhalb Deutschlands am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg stellen die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte dar. Betroffen waren in erster Linie Frauen, Kinder und alte Menschen. Etwa 2 Mio. Menschen kamen dabei ums Leben.
Auf die unkoordinierte Flucht vor der Roten Armee und sogenannte wilde Vertreibungen vor und zum Kriegsende folgte die planmäßige Vertreibung. Die in den Vertreibungsgebieten lebenden Deutschen wurden kollektiv für die Gräueltaten des Nazi-Regimes verantwortlich gemacht. Außerdem war die Vertreibung ein politisch populäres Element im Prozess der kommunistischen Machtergreifung ab 1945.
Die Potsdamer Konferenz und das Potsdamer Protokoll vom 2. August 1945 wird oft als „rechtlicher Hintergrund“ angeführt, denn es werden hierin Territorialfragen und Fragen der Umsiedlung direkt angesprochen. Jedoch ist das Protokoll kein völkerrechtlich bindender Vertrag und wurde gerade im Hinblick auf die darin verfügte „humane und geordnete Überführung“ der deutschen Bevölkerungsteile ins Nachkriegsdeutschland nicht eingehalten.

Zahlen:
Die größten Vertreibungsgebiete waren die Provinzen Schlesien und Ostpreußen sowie das Sudetenland.
Etwa 3,7 Mio. Schlesier, 2,3 Mio. Ostpreußen und ca. 3,3 Mio. Sudetendeutsche flüchteten oder wurden vertrieben.