DDR-Unrecht aufarbeiten – Lebensleistung anerkennen

14.06.2019

OMV erinnert an den 17. Juni 1953

 Zum 66. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 in der damaligen DDR erklärt der Bundesvorsitzende der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU/CSU (OMV) – Union der Vertriebenen und Flüchtlinge – Egon Primas MdL:

Im 30. Jahr des Mauerfalls ist es wichtig, auch der Ereignisse des 17. Juni 1953 zu gedenken. Ausgelöst von den Arbeits- und Lebensbedingungen in der damaligen DDR, wurden die Proteste schnell zu einem Fanal für die Einheit Deutschlands, für Freiheit und Demokratie.

Mit der gewaltsamen Niederschlagung dieses Volksaufstandes zeigte das DDR-Regime sein wahres Gesicht: Für eigentlich selbstverständliche Protestaktionen wurden Bürger vor Gericht gestellt und unrechtmäßig verurteilt.

In diesem Zusammenhang ist auch daran zu erinnern, was die Vertriebenen und Flüchtlinge in der DDR erlitten. Die Vertreibungen wurden über Jahrzehnte als „Umsiedlungen“ verharmlost. Die Betroffenen wurden nicht nur mit ihrem Schicksal allein gelassen; nach dem Willen der Machthaber sollten sie es sogar verleugnen. Gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung und angemessenes Gedenken tun bis heute not.

Die DDR war ein Unrechtsstaat. Wer dieses Unrecht nicht als solches benennt und aufarbeitet, der darf niemals Verantwortung für unser Land übernehmen.

Ebenso deutlich muss aber immer wieder gesagt werden: Wenn wir vom „Unrechtsstaat DDR“ sprechen, so wird damit nicht die Lebensleistung der freiheitsliebenden Bürger geschmälert, die dieses Unrecht aushalten mussten und sich erst 1989 mit einer bis dahin beispiellosen, friedlichen Revolution aus den Fesseln ihrer Unterdrücker befreien konnten.

In der Bundesrepublik wurde der 17. Juni schnell zum symbolischen „Tag der Deutschen Einheit“. Insbesondere die deutschen Heimatvertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler nahmen über viele Jahrzehnte Anteil am Schicksal ihrer Mitbürger hinter der innerdeutschen Grenze, teilten ihren Freiheits- und Einheitswillen und setzten sich bis zuletzt für die Überwindung dieser Grenze und des kommunistischen Unrechts ein. Die OMV und mit ihr die Unionsparteien standen dabei stets als verlässliche Partner an der Seite der Vertriebenen.

Der 17. Juni mahnt, der Opfer zu gedenken, die der Kampf um Freiheit und Demokratie gefordert hat. Der 17. Juni und die untrennbar mit diesem Datum verbundene jüngere deutsche Geschichte zeigen aber auch, dass es sich lohnt, an die Freiheit zu glauben, dafür einzustehen und Unrecht in jeder Form zu bekämpfen. Darum muss das Wissen um den Volksaufstand lebendig erhalten werden.